Ausstellungsvorschau

Geometrie – Wahrnehmung – Einfühlung
Lun Tuchnowski in der Sammlung Würth

23. Januar - 24. Oktober 2021

Mit der retrospektiven Ausstellung Geometrie – Wahrnehmung – Einfühlung. Lun Tuchnowski in der Sammlung Würth würdigt das Museum Würth einen Künstler, der sich in vielerlei Hinsicht um die Sammlung Würth verdient gemacht hat und letztlich so eng wie wohl kein Zweiter mit ihr verbunden war. Lun Tuchnowski (1946–2018) war Meisterschüler, Assistent und bald auch Freund des bedeutenden dänischen Eisenplastikers Robert Jacobsen (1912–1993) und wurde ihm ein ebenbürtiger künstlerischer Dialogpartner. Er begleitete Ende der 1980er-Jahre Jacobsens skulpturale Gestaltung für den Vorplatz des Museum Würth am Verwaltungshauptsitz der Adolf Würth GmbH & Co. KG in Künzelsau. Seitdem bereichert er auch mit eigenen Arbeiten die Bandbreite der zeitgenössischen Skulptur bei Würth.

Auch als Ausstellungsarchitekt und gestalterischer Berater hat Tuchnowski den visuellen Auftritt der Sammlung Würth im In- und Ausland über Jahrzehnte mitgeprägt. Mit über 200 Werken folgt die Ausstellung den unterschiedlichen Stationen dieses beeindruckenden gesamtkünstlerischen Wirkens. Sie beleuchtet die Schwerpunkte, die Tuchnowski in seinem bildhauerischen Schaffen thematisch setzte, vor allem im Hinblick auf die ästhetische Ausprägung und mediale Vielfalt, legt aber ebenso einen Akzent auf die Gestaltungskonzepte, in denen die Bezugnahme auf die jeweilige Architektur und den Raum eine zentrale Rolle spielte.

Der Bildhauer, der lange in München lebte und hier sein Atelier hatte, führt in seinen Skulpturen zwei unterschiedliche bildhauerische Auffassungen des 20. Jahrhunderts zusammen: Geometrisch orientierte Formen gehen eine Synthese mit figurativen Formen ein. Grundmaterialien in seinem Werk sind vornehmlich Metalle wie Aluminium, Zink, Stahl und Bronze, aber auch Holz, Beton, Kunststoff und Gips werden vom Künstler variantenreich verwendet. Eindrucksvoll halten seine Arbeiten die fragile Balance zwischen Ruhe, Kraft und Dynamik.

Erstmals sind in unserer Ausstellung auch frühe Gemälde und eine bemerkenswerte Auswahl an Zeichnungen aus dem Nachlass des Künstlers zu sehen, die einen eigenständigen poetischen Mehrwert innerhalb des reichen Œuvres ausmachen.

Um die Arbeitsprozesse von Lun Tuchnowski und seinen gedanklichen Kosmos nachvollziehbar zu machen, bezieht die Ausstellung einen Ateliernachbau ein, in dem der gesamte Werkzusammenhang, also auch Aspekte, die über das reine Arbeiten hinausgehen, anschaulich sind. Mit diesem Abstand mutet das Atelier wie das Archiv einer geheimnisvollen Enzyklopädie der Dinge an.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zahlreichen Farbabbildungen und kenntnisreichen Beiträgen sowie vielen Würdigungen von WeggefährtInnen, die den Künstler in oft sehr persönlich geprägten Stellungnahmen und Erinnerungen lebendig vor Augen treten lassen.

Informationsflyer zum Download