Aktuelle Ausstellung

Anne Hausner
Naturstücke

Sammlung Würth und Leihgaben
2. Dezember 2020 bis 25. April 2021, verlängert bis 24. Oktober 2021

»Es ist die Stille, die mich anzieht«, sagt Anne Hausner. Diese Stille findet sie in der Natur und dort im weitesten Sinne in der Landschaft, die sie in Serien zu den Themen Wasser, Luft, Erde und Steine aufgreift. Diese »Naturstücke«, entstanden in den letzten beiden Dekaden, fokussieren sowohl auf die extreme Nähe als auch auf die weite Ferne mit dem Ziel, das Wesenhafte der Dinge zu ergründen und als Metapher für das große Ganze zu sehen.

Anne Hausners »Naturstücke« sind das Ergebnis einer genauen Beobachtung. In technisch perfekter Umsetzung stellt sie Oberflächen und Strukturen dar, auf denen Licht und Schatten wiederum neue Bilder hervorrufen. Mal sind sie mit Öl oder Acryl auf Holz gemalt, mal mit dem Bleistift auf Papier gezeichnet.

Dabei kommt der Malerin ihre Beschäftigung mit dem Medium der Fotografie zugute. Durch die Fokussierung auf einen begrenzten Ausschnitt verstärkt sich die Konzentration auf die gesehenen Strukturen, die sich mit leicht veränderten Perspektivwechseln seriell variieren lassen. In ihren Werken treffen sich die Sehweisen von Malerei und Fotografie und führen die möglichen Zugänge zu ein und demselben Thema vor Augen. Die Ausstellung in der Hirschwirtscheuer in Künzelsau zeigt hierzu Beispiele aus allen Schaffensphasen.

Die Werkkomplexe Wasser, Himmel, Erde und Steine bilden den Leitfaden. Einzelbilder, Diptychen und Zyklen innerhalb der jeweiligen Serie verdeutlichen die Vielfalt dieser Themenblöcke, die sich auch in den Formaten niederschlägt: Sie reichen vom kleinen intimen Kabinettstück bis zum extremen Querformat. »Die Sujets ›Wasser‹, ›Erde‹, ›Steine‹ bilden quasi eine Metaebene, die semantisch durch das Element Farbe substrukturiert ist und alle Serien verlinkt (›blaugraugrün‹, ›grüngraubraun‹, ›graubraunweiß‹) «, wie der Kunsthistoriker Carl Aigner im begleitenden Ausstellungskatalog Anne Hausners Konzept erläutert.

Der Künstlerin ist es wichtig, alle Möglichkeiten der Betrachtungsweise auszuloten. Dies entspricht auch ihrer additiven Arbeitsweise, zwar verschiedene Themen parallel aufzugreifen, aber immer nur an einem Werk bis zu seiner Fertigstellung zu arbeiten. Die Serie erlaubt dabei differenzierte Annäherungen. »Sie gibt dem Maler ebenso wie dem Betrachter die Freiheit, sich selbst ein Bild zu machen«, wie Anne Hausner es formuliert.

Das kann nun jede und jeder für sich in der Ausstellung selbst erleben. Die Präsentation in der Hirschwirtscheuer bildet den Auftakt, die Ausstellung wird im Anschluss in etwas veränderter Form in der Schweiz im Forum Würth Rorschach und im Forum Würth Chur gezeigt.

Zur Ausstellung erscheint ein mit zahlreichen großformatigen Abbildungen versehener Katalog im Swiridoff Verlag, Künzelsau.

1

Anne Hausner, aleatorisch, 2018, Bleistift auf Bütten, 53 x 53 cm, (80 x 100 cm), Besitz der Künstlerin

2

Anne Hausner, Herbstreste, 2012, Acryl und Öl auf Holz, 100 x 175 cm, Sammlung Würth, Inv. 16271

3

Anne Hausner, Element I, Wasser, 1998, Acryl und Öl auf Holz, 100 x 100 cm, Sammlung Würth, Inv. 4711

Anne Hausner – Biografie

1943 Geboren in Hamburg

1963–1968 Studium der Malerei an der Hochschule für bildende Künste Hamburg

1965 Klasse für Fotografie bei Hans Meyer-Veden

1966–1968 Klasse für Malerei bei Rudolf Hausner

1969 Übersiedelung nach Wien mit Rudolf Hausner und Geburt der Tochter Tanja (1970)

1972 Geburt der Tochter Jessica
Naturstudien, Beginn einer Serie von metaphorischen Rosenbildern

1983 Mitglied der Gesellschaft bildender Künste Österreichs, Künstlerhaus Wien
Alltagsstilleben, Fensterbilder
Erste monografische Ausstellung in der Galerie Hübler, Wiesbaden
Seitdem zahlreiche Galerie-Ausstellungen in Deutschland und der Schweiz

1987 Einzelausstellung im Altonaer Museum in Hamburg, Norddeutsches Landesmuseum

1990 Ausstellung in der Hausgalerie im Künstlerhaus Wien

1993 Ausstellung Ansichten – Einsichten in der Österreichischen Postsparcasse, Wien

1995 Tod von Rudolf Hausner
Beginn der Serie Verpackt, erste Weisse Bilder

1998 Beginn der Serie Elemente, Naturbeschreibungen in Malerei und Fotografie

1999 Ausstellung Anne Hausner – Spuren und Strukturen in der Hirschwirtscheuer, Künzelsau

2003 Ausstellung Natur und Struktur in der Österreichischen Galerie Belvedere, Wien

2005 Teilnahme an der Ausstellung Phänomen Landschaft im Niederösterreichischen Landesmuseum, St. Pölten

2007 Ausstellungsbeteiligung bei Landschaft. Zwei Sammlungen in der Kulturfabrik Hainburg

2013 Ausstellungsbeteiligung bei A.E.I.O.U. – Österreichische Aspekte in der Sammlung Würth im Museum Würth, Künzelsau

2016/17 Ausstellungsbeteiligung bei Wasser, Wolken, Wind – Elementar- und Wetterphänomene in Werken der Sammlung Würth in der Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall

2020–2022 Ausstellung Anne Hausner – Naturstücke in der Hirschwirtscheuer, Künzelsau, im Anschluss im Forum Würth Rorschach und im Forum Würth Chur, Schweiz

Anne Hausner lebt und arbeitet in Wien

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