Die architektonische und soziale Kultur, die sich in den Bauten der Würth-Gruppe widerspiegelt, geben nicht nur Zeugnis der rasanten Betriebsentwicklung des Konzerns. Sie sind auch exemplarische Beispiele der Industriearchitektur des jeweiligen Landes in ihrer Entstehungszeit. Die strikte Dezentralität des Gesamtkonzerns findet in den Bauten ihren Ausdruck, die jeweils landesweit offen in Architektur-Wettbewerben ausgeschrieben und umgesetzt wurden, was zu außerordentlichen Entwürfen mit ausgeprägter Individualität geführt hat. Einzig das verbindende Farbkonzept bettet die Bauten in den Würth Kontext ein. Die Johanniterhalle indes nimmt als herausragendes Kulturdenkmal eine Sonderstellung ein.
Die Hirschwirtscheuer wurde als Wohnhaus mit Scheune im Jahre 1760 durch den Hohenloheschen Hofmaurer Johann Georg Scharpf (1726-1785) erbaut. Später wurde sie nur noch als Scheune benutzt und befand sich vor 1986 in nicht mehr erhaltungsfähigem Zustand. 1988/89 wurde deshalb auf dem historischen Kellergewölbe ein neues Gebäude nach alten Plänen errichtet, das heute in Künzelsau als Kunstmuseum der Öffentlichkeit zugänglich ist.
Symbol der Hirschwirtscheuer ist der so genannte Atlant, eine Trägerfigur von Johann Andreas Sommer (1716-1776).
Der Rokoko-Atlant war ursprünglich an der Fassade angebracht. Seit 1989 ist er aus konservatorischen Gründen im Innenraum ausgestellt. Außen befindet sich eine Nachbildung von Peter Nedwal aus Rothenburg. Johann Andreas Sommer, dem diese Hermenfigur zugeschrieben wird, schuf u. a. zwei Stättmeister-Epitaphien in der Michaelskirche in Schwäbisch Hall. Die Sommers hatten ihre Werkstatt in unmittelbarer Nähe am Schlossplatz, im heutigen Hotel-Restaurant Anne-Sophie in Künzelsau.
Die Hirschwirtscheuer wird heute als Museum genutzt. Gezeigt werden eine Dauerausstellung zur Künstlerfamilie Sommer. Darüber hinaus werden wechselnde Ausstellungen moderner und zeitgenössischer Kunst präsentiert, die von der Sammlung Würth ausgerichtet werden und sich im Programm auch in enger Anbindung an deren Bestand definieren.
Das Museum wird vom Förderverein Künstlerfamilie Sommer e. V. und der Stiftung Würth getragen. Der Förderverein Künstlerfamilie Sommer wurde 1984 in Künzelsau gegründet. Sein Ziel ist die wissenschaftliche Aufarbeitung von Geschichte und Werk der Künstlerfamilie Sommer.