Baut Brücken statt Mauern – Malerei von George Finley
Sammlung Würth und Leihgaben

Finley

15. April bis 7. Oktober 2018

Brücken bauen, Menschen miteinander verbinden – das ist das zentrale Anliegen George Finleys, das sich durch Leben und Werk des in Schwäbisch Hall und St. Andrews, Schottland, lebenden Malers zieht. Anlässlich seines 80. Geburtstages zeigt die Sammlung Würth erstmals in einer retrospektiv angelegten Ausstellung in der Künzelsauer Hirschwirtscheuer Werke aus mehr als drei Jahrzehnten und verschiedenen Schaffensphasen.

Am Beginn seines umfangreichen Œuvres stehen gegenständliche Bilder, darunter zahlreiche Landschaften und Stadtansichten. Sie verhalfen dem Autodidakten zu überregionaler Bekanntheit und ersten Ausstellungen und erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit. Ab 1996 schließlich wandte sich Finley ganz der Abstraktion zu. Eine einfache Feststellung war der Auslöser: Durch eine leuchtend rote Mütze beispielsweise behauptet sich eine kleine menschliche Figur gegenüber ihrem größenmäßig überragenden, aber dezent kolorierten Umfeld, sei es Architektur oder Landschaft. Allein der Kontrast der Farben lässt die Figur zum Bildzentrum werden. Finley hob diese beim Malen gemachte Beobachtung auf eine abstraktere Ebene, fortan erkundete er die Möglichkeiten von Form und Farbe.

Der Terroranschlag vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York bewegte den Künstler schließlich dazu, mit der „Neuen Linie“ einen erneuten Stilwechsel zu vollziehen. Auf einen meist in Blau- und Rottönen ausgestalteten Hintergrund zeichnet er mit einem weißen Zweikomponenten-Kleber Menschen. „Inalienability (Nicht-Fremdseinkönnen)“, das erste der so entstandenen Bilder, zeigt eine Reihe von Personen mit unterschiedlichen kulturellen oder religiösen Hintergründen, freundlich einander zugewandt ins Gespräch vertieft. In den seither entstandenen Gemälden stehen solche Szenen der Gemeinschaft, des friedlichen Miteinanders im Vordergrund. Es sind dabei keine Utopien, sondern alltägliche Situationen, die der Künstler zeigt: Menschen, die einander Geschichten erzählen, tanzen oder diskutieren, neue Nachbarn, die sich auf der Straße begegnen.

Die in enger Zusammenarbeit mit Doris und George Finley entstandene Ausstellung schlägt nicht nur Brücken zwischen den verschiedenen Stilen des Künstlers, sie will auch den Betrachterinnen und Betrachtern Mut machen, selbst Brücken zu bauen für ein besseres Miteinander.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Swiridoff Verlag.

George Finley
1938 In Denver, Colorado, USA geboren
1956-1960 Studium und Offiziersausbildung an der Militärakademie West Point
Künstlerischer Leiter der Akademie-Zeitschrift „The Pointer“
1961-1964 Stationierung in Schwäbisch Hall
Anfertigung von Karikaturen zum Militärleben
1965 Heirat mit der aus Schwäbisch Hall stammenden Doris Haas in Miami, Florida
1975-1985 Erste Ausstellungen mit Landschaftsaquarellen in Sankt Peter-Ording und anderen Orten an der Nordseeküste
1980-1983 Stellvertretender Kommandeur der Dolan Barracks in Schwäbisch Hall
1983 Vollständige Hinwendung des Autodidakten zur Kunst

Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen (Auswahl):
1985-1998 Jahresausstellungen in seinem Atelier in Gnadental bei Schwäbisch Hall
1991 Union League Club in Manhattan, New York, USA
1999 Kunstverein Cambridge (Cambridge Art Association), Massachusetts, USA
2000 1959-1999, Hirschwirtscheuer Künzelsau
2001 – heute Teilnahme am jährlichen Kunstfestival in Pittenweem, Schottland
2002 Künstler antworten auf 9/11, Somerville, Massachusetts, USA
2004 Kunstfestival, Boston, Massachusetts, USA
2006 - 2007 Die Neue Linie, Hällisch-Fränkisches Museum, Schwäbisch Hall
2008 Galerie am Schloss, Schwäbisch Hall
2009 - 2010 Quer durch das Schaffen, Sparkasse Schwäbisch Hall
2013 Verweile doch, du Augenblick, Kunstverein Schwäbisch Hall
2014 Die Neue Linie, LHM Gebäude, Crailsheim

George Finley ist Mitglied der Society of Scottish Artists, des Kunstvereins Schwäbisch Hall und war juriert als Künstlermitglied der Cambridge Art Association, USA. Seine Werke sind in Sammlungen und Museen in Deutschland, USA und Schottland vertreten. Er lebt und arbeitet in St Andrews, Schottland und Schwäbisch Hall, Deutschland.

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